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Was Ärzte Ihnen nicht erzählen

Die Wahrheit über die Gefahren der modernen Medizin ...
...hat das Potential Leben zu retten.

Lynne McTaggart

ISBN 3-932576-55-1

Preis: DM 36,90

 

Kapitel 1:

Die Unwissenschaftlichkeit der modernen Medizin

Es ist angenehm, ein Leben voller Sicherheit zu leben. Eine der behaglichsten Sicherheiten, mit der wir aufgewachsen sind, ist, daß die moderne Medizin Wunder vollbringt und Ärzte Krankheiten heilen. In den Geschichten, die wir uns selbst erzählen, sehen wir Dr. Stefan Frank, Marcus Welby und Schwester Stefanie symbolisch ganz in weiß gekleidet, wie sie jeden Tag rund um die Uhr damit beschäftigt sind, Menschenleben zu retten. Und obwohl mehr und mehr Menschen in den gleichen Einrichtungen wie der Schwarzwaldklinik oder wie bei Emergency Room sterben, haben diese Ärzte in den Notaufnahmen die Möglichkeiten, mit ihren wundersamen Apparaten, die Toten ins Leben zurückzuholen.

Eines können wir über die Medizin mit Gewißheit sagen. Es ist eine erhabene und angesehene Wissenschaft, entstanden durch Wissenschaftler in Laboratorien, die ausgiebige Tests und eingängige Prüfungen durchgeführt haben. Wir weisen stolz auf die Tatsache hin, daß sich die Wissenschaft entwickelte und über Chaos und Dunkelheit sowie über die Zeit triumphierte, als Ärzte nicht einmal wußten, daß sie ihre Hände zu waschen hatten.

Seit dem zweiten Weltkrieg und der Entdeckung der zwei großen Wundermedikamente dieses Jahrhunderts, Penizillin und Kortison, hat die Medizin tatsächlich Wunder vollbracht. Menschen, die auf Grund von hormonellen Mangelerscheinungen wie der Addison Krankheit oder bei lebensbedrohenden Infektionen wie Lungenentzündung oder Hirnhautentzündung sterben mußten, können sich heute schnell davon erholen und zu einem normalen Leben zurückkehren. Die meisten der großen medizinischen Entdeckungen, die alle erst im letzten Jahrhundert entdeckt wurden, wie schmerzlose Chirurgie, antiseptische Krankenhäuser und das Röntgen, haben dazu geführt, daß wir im Westen die beste Notfallmedizin in der ganzen Welt haben.

Sollten Sie einen unvorhergesehenen Herzinfarkt haben, einen operablen Gehirntumor, einen fast tödlichen Autounfall, einen Notfall während einer Geburt, kann Sie keiner wieder so gut herstellen wie die westliche Medizin mit ihrem Aufgebot an Apparaten des Weltraumzeitalters. Sollte je ein Gebäude auf mich fallen, dann wünsche ich mir, daß die neueste und umwerfendste westliche Technologie mich wieder zusammenbaut. Wenn es nicht die Medikamente des zwanzigsten Jahrhunderts gegeben hätte, wäre meine Mutter anfang zwanzig gestorben und ich wäre tatsächlich nie geboren.

Es waren diese Entdeckungen während des zweiten Weltkrieges, die schlagartig mit der Entdeckung der ultimativen wissenschaftlichen Entdeckung der Atombombe endete, was uns mit einer großen Erwartungshaltung über die Wissenschaft zurückließ. Der Aufbruch in ein neues wissenschaftliches
Zeitalter der Medizin waren die Nachwirkungen des Sieges. Die Wissenschaft half uns, unsere menschlichen Feinde zu besiegen. Jetzt würde sie unsere mikroskopischen Feinde bekämpfen. Wir fingen an, das Weltall zu erobern und es sollte auch nicht mehr lange dauern, wie das Life Magazin meiner Generation in Amerika versprach, daß wir Krankheiten besiegen würden.

Ärzte und medizinische Kapazitäten tragen zu dieser Ansicht der Unfehlbarkeit der medizinischen Wissenschaft bei. Wenn es darum geht, über den Erfolg der Medizin zu diskutieren, besonders im Vergleich zu alternativen Behandlungen, beginnt die Medizin ihr Territorium der Moral abzustecken und ihre Fahne der anerkannten wissenschaftlichen Fakten wedeln zu lassen. 1980 trompetete ein
Editorial des British Medical Journal in sich selbst gratulierender Weise, indem es einen Angriff auf die alternative Medizin startete, den Erfolg der Medizin bezüglich objektiver Beurteilung von Behauptungen hinaus.

Ebenso prangert die Schulmedizin die alternative Medizin an, daß sie nicht Schritt halten könnte. Das Royal College of Physicians (Königliches Institut für Ärzte) und das Royal College of Pathologists (Königliche Institut für Pathologen) verurteilten 1995 alternative Behandlungen gegen Allergien als unwissenschaftlich und warnten: "Solange die Methoden nicht von angesehenen,
willkürlich gewählten placebokontrollierten Doppelblind-Studien getestet werden, können sie nicht in die tägliche klinische Arbeit aufgenommen werden."2

Unser Glauben in die medizinische Wissenschaft ist so tief verwurzelt, daß er sich wie ein Wollfaden in den Teppich unseres täglichen Lebens eingeknüpft hat. Jeden Tag gibt in Großbritannien vielleicht eine Familie ihre gesamte Zukunft in die Hände der medizinischen Errungenschaften. Eine schwangere Frau wird vielleicht auf Grund der Ergebnisse pränataler Tests entscheiden, ob sie ihr Kind austrägt.

Ihr Kind wird vielleicht geimpft und Ihr Ehemann erhält seine blutdrucksenkenden Medikamente unter der Voraussetzung, daß diese Medizin sie vor zukünftigen Erkrankungen schützen wird. Medizinische Tests bestimmen, ob wir in der Lage sind, Kinder zu bekommen, weiterhin arbeiten können, Operationen erforderlich sind, ob wir versicherungsberechtigt sind, ob ein Kaiserschnitt notwendig ist, oder ob wir als Resultat eines positiven HIV Tests ein Ausgestoßener werden. Wir glauben, daß es die Ärzte mit ihren Wunderbehandlungen sind, die uns vom Bösen erlösen, dem Bösen, das heute nicht so sehr die Versuchung ist, als vielmehr die erschreckende Willkürlichkeit der Krankheiten.

Ganz gleich, wie stark wir uns an die Vorstellung der Wissenschaft als rettende Macht klammen, dieser Glaube wird immer fehl am Platz sein. Die Wahrheit ist, daß die medizinische Wissenschaft tatsächlich nicht besonders gut funktioniert. Die USA und Großbritannien verlieren den "Krieg gegen den Krebs."3
 
Trotz hochmoderner Mammographiegeräte und chirurgischer Techniken, weigert sich die Todesrate für Brustkrebs hartnäckig zu fallen. Trotz hunderttausender Verschreibungen cholesterinsenkender Medikamente bleiben die Herzinfarktraten in der westlichen Welt quasi unverändert und das, obwohl hunderttausende Eier wegen der cholesterinarmen Ernährung nicht gegessen werden. Mit all den wundersamen Chemikalien und computergesteuerten Testgeräten müssen wir eingestehen, daß Asthma, Arthritis, Diabetes, Krebs und fast alle bekannten chronischen, degenerativen Krankheiten weiterhin gedeihen. Die Medizin konnte ihre Häufigkeit nicht einmal ein klein bißchen beeinflussen.

Ein Blick auf die Statistiken zeigt, daß abgesehen von Situationen, wo Sie überfahren werden oder im Notfall einen Kaiserschnitt benötigen, die Schulmedizin Sie nicht nur nicht heilen kann, sondern auch dazu beitragen kann, daß es Ihnen schlechter geht als zuvor. In Wirklichkeit ist die heutige wissenschaftliche Medizin für eine respektable Prozentzahl von Krankheiten verantwortlich. Wenn Sie im Krankenhaus liegen, stehen die Chancen 1:6, daß Sie dort auf Grund einer fehlgegangenen medizinischen Behandlung gelandet sind.4

Wenn Sie dann im Krankenhaus sind, stehen die Chancen 1:6, daß Sie dort während Ihres Aufenthaltes sterben oder eine Verletzung erleiden. Da die Hälfte dieser Risiken durch einen Irrtum der Ärzte oder des Krankenhauses verursacht werden, besteht eine achtprozentige Chance, daß Sie durch das Personal getötet oder verletzt werden.5

Bei der letzten Zählung landeten jedes Jahr ungefähr 1,17 Millionen Briten auf Grund eines Arztfehlers oder einer Fehlreaktion auf ein Medikament in Krankenhäusern. Wenn wir diese Zahlen auf die USA umrechnen, werden auf Basis einer Studie von 1984, mehr als 1 Millionen Amerikaner jedes Jahr in Krankenhäuser verletzt, von denen dann 180.000 sterben.6
Um die Proportionen dieses Problems zu verdeutlichen, könnte man sagen, daß jedes Jahr die gesamte Bevölkerung von München wegen medizinischer Fehler in Krankenhäuser eingeliefert wird. Wenn Sie in den USA leben, wo jedes Jahr 40.000 Menschen erschossen werden, gibt es dennoch ein dreimal höheres Risiko, von einem Arzt getötet zu werden als von einer Schußwaffe.7

Schauen Sie bitte einmal die nachfolgenden Schlagzeilen der Litanei professioneller Katastrophen an. Meist sind es alltägliche Nachrichten, die der Zeitung nur ein paar Zeilen wert sind.

* Frauen erhielten Hysterektomien (Entfernung der Gebärmutter) ohne ihre vorherige Zustimmung.

* Schwangere Frauen trieben völlig gesundes Babys ab, nachdem der Fötus fälschlicherweise mit einem Defekt diagnostiziert wurde.

* Mehrere tausend Scheidenabstriche wurden fehldiagnostiziert.

* In einem Krankenhausdistrikt werden fast 2.000 Patienten irrtümlicherweise mit Krebs diagnostiziert und erhielten Behandlungen, die möglicherweise das Risiko erhöhten, diese Krankheit zu bekommen.

* Neue Beweise, daß Frauen während einer Behandlung zur Förderung einer Schwangerschaft Hormone verabreicht wurden, die mit dem Kreutzfeld-Jacob Krankheitserreger verseucht waren. Außerdem fand man Wachstumshormone, die mit dem Kreutzfeld-Jacob Krankheitserreger kontaminiert waren.

* Chirurgie Patienten sterben auf Grund schlechter Betreuung in Krankenhäuser.

* Die Beschwerden gegen Ärzte haben sich seit 1977 verdreifacht.

* Die Hälfte aller Assistenzärzte geben zu, Fehler zu machen, wenn sie intravenöse Medikamente verabreichen.

* Medikamentenverschreibungen haben in sieben Jahren um dreißig Prozent zugenommen.

* 13.000 Briten sterben jedes Jahr auf einer Intensivstation, nur weil sie nicht ausreichend beobachtet werden.


Das ist, was ich in meiner Morgenpost hier in Großbritannien in nur einem einzigen Monat des letzten Jahres gelesen habe. Diese erschreckenden Errungenschaften haben nichts mit Inkompetenz oder fehlender Hingabe zum Beruf zu tun. Die meisten Ärzte sind voller guter Absichten und
wahrscheinlich ist die Mehrheit auf ihrem Gebiet sehr kompetent.

Das Problem ist nicht der Schreiner, sondern sein Werkzeug. Tatsache ist, daß die Medizin keine Wissenschaft oder sogar eine Kunst ist.
Viele Behandlungsarten der Ärzte funktionieren nicht.
In Wirklichkeit konnten sie nie den Beweis antreten, daß sie funktionieren oder gar, daß sie sicher sind.

Es ist eine falsche Wissenschaft, die auf Zaubertricks, Mutmaßungen und blind vorgefaßten Meinungen aufbaut und deren sogenannte wissenschaftliche Methoden sehr oft darin bestehen, im Dunkeln herumzustochern.

Viele Behandlungen, die wir als gegeben betrachten, z. B. gegen Brustkrebs, die Herzchirurgie oder sogar Behandlungen chronischer Leiden wie Arthritis oder Asthma, wurden einfach übernommen und weit verbreitet angewandt, ohne eine einzige verbindliche Studie zu haben, die belegt, daß diese Behandlungen effektiv und sicher sind. Der sogenannte, "Goldstandard", den die medizinischen Wissenschaftler als den einzigen wissenschaftlichen Beweis über den wahren Wert eines Medikaments oder einer Behandlung anerkennen, ist die randomisierte, placebokontrollierte Doppelblind-Studie. Bei dieser Studie werden die Patienten willkürlich ausgesucht, um entweder ein Medikament oder eine Zuckerpille zu erhalten und wobei weder der Forscher noch der Patient weiß, wer was einnimmt. Trotz der Tatsache, daß Tausende von Studien jedes Jahr durchgeführt werden, wurden nur sehr wenige Heilverfahren diesem, oder einem anderen Test, ausgesetzt, obwohl er zu der Gruppe der ganz einfachen Tests gehört und obgleich diese Tests zu den Eckpfeilern der modernen Medizin gehören.

Denn bei all dem wissenschaftlichen Gerede der Medizin über Risikofaktoren und sorgfältig kontrollierten Daten, den strengen gesetzlichen Regulierungen, den peinlich genauen Bewertungen professioneller Veröffentlichungen - bei all den Versuchen, die Medizin in den gewichtigen Mantel der Wissenschaft zu kleiden - ist ein großer Teil von dem, was wir heute als medizinische Standardpraxis betrachten, nicht viel mehr als Voodoo des 20 Jahrhunderts.

In ihren eigenen Publikationen akzeptieren Fachleute auf dem Gebiet der Medizin diese Tatsachen öffentlich. Der New Scientist verkündete kürzlich auf der Titelseite einer Ausgabe, daß 80% der medizinischen Verfahren, die heute verwendet werden, niemals richtig getestet wurden.8

John Garrow, Vorstand von HealthWatch (Gesundheitsüberwachung), einer Gruppe selbsternannter Wächter der Ehrlichkeit in der Medizin, sagte kürzlich, daß "...mehr als die Hälfte der Behandlungen, die für Schwangerschaften und Geburten angeboten werden, unbekannte Wirkungen haben oder abgesetzt werden sollten. Es gibt keinen Grund davon auszugehen, daß die Behandlungen in
anderen Bereichen der Medizin einer gründlicheren Beurteilung unterzogen wurden."9

So wie die Medizin heute praktiziert wird, handelt es sich größtenteils um einen verabredeten Glauben. Wahrscheinlich auf Grund der Wunder von Medikamenten wie Antibiotika, haben die Ärzte angefangen daran zu glauben, daß ihre kleinen schwarzen Taschen mit Magie gefüllt sein müssen. Der verstorbene Dr. Mendelsohn war einer der Ersten, der die moderne Medizin mit einer Kirche verglich, mit Ärzten als ihre obersten Priester, die den Lehren mit blindem Vertrauen folgen: "Moderne Medizin ist weder eine Kunst noch eine Wissenschaft. Es ist eine Religion", schrieb er in seinem Buch Confessions of a Medical Heretic (Bekenntnisse eines medizinischen Ketzers, erschienen bei Contemporary Books).

Fragen Sie nur oft genug “Warum?” und früher oder später werden Sie den Abgrund des Glaubens erreichen. Ihr Arzt wird sich dann auf die Tatsache berufen, daß Sie all die Wunder, die ihm zu Verfügung stehen, nicht kennen oder nicht verstehen. Vertraue mir ganz einfach." (Ärzte glauben so leidenschaftlich an die Kräfte ihrer Werkzeuge, daß sie bereit sind, jegliche vernünftige Skepsis in Bezug auf die gegenwärtigen und neuen Behandlungen hinten anzustellen, solange diese Behandlungen in ihre konventionelle medizinische Praxis passen. Die meisten Ärzte und Forscher arbeiten auf der Annahme eines auf füherer Erfahrung begründeten Nutzens, ganz gleich ob die Wirksamkeit eines bestimmten Heilmittels tatsächlich bewiesen wurde: wir wissen, daß das, was wir tun, richtig ist. Der Enthusiasmus für HRT (Hormon-Ersatz-Therapie) ist zum Beispiel so groß, daß Ärzte bereit sind, den krassesten aller wissenschaftlichen Fehler in Sicherheitstests zu ignorieren, was allen Anschein nach als eine gute Sache angesehen wird. Wir wissen, daß das, was wir tun, richtig ist.

Selbst wenn es Studien gibt, die zeigen, daß eine Behandlung nicht effektiv oder sogar ausgesprochen gefährlich ist, ist dieser Glaube so stark, daß diese Ergebnisse oftmals ignoriert werden. Fast alle guten Studien über die Beobachtung des Fötus - mit Geräten, die durch Ultraschall Tests versuchen, die Gesundheit eines Fötus während der Schwangerschaft und der Geburt zu messen - zeigen, daß diese Prozeduren für Mutter und Kind ein schlechteres Ergebnis verursachen.11

Diese Informationen scheinen den meisten leitenden Geburtshelfern bekannt zu sein - der ehemalige Leiter der Oxford Entbindungsstation hat wiederholt und weitverbreitet über diese Tatsache geschrieben - und trotzdem werden weiterhin Ultraschall Monitore in jedem Kreissaal im Lande benützt. Wir wissen, daß das, was wir tun, richtig ist.

Das ist wahrscheinlich der Grund, warum Ärzte so miese Logiker sind. Viele Mediziner verstricken sich in logische Knoten, indem sie versuchen, offensichtliche Widersprüche mit obskurer Alice im Wunderland Logik zu rechtfertigen. Der Medizinkritiker Robert Mendelsohn sagte immer, daß den Lieblingsausspruch, den ein Arzt vom Stapel ließ, folgender war: natürliches Stillen ist das Beste, aber füttern mit dem Fläschchen ist genau so gut."

Der bekannte Herzforscher Dr. Meir J. Stampfer von der Harvard School Public Health (Institut für Öffentliche Gesundheit) schrieb: "Hohe Cholesterinwerte im Blut sind ein wichtiger Risikofaktor für Herzkrankheiten" und wiederholte damit die vorherrschende Ansicht. Mit dem nächsten Atemzug fügte er jedoch beiläufig hinzu: "Aber die meisten Patienten mit (Herzinfarkt - die Autorin) haben normale Cholesterinwerte. "12

Der Glaube an die Unfehlbarkeit Ihrer Werkzeuge, erlaubt es den Ärzten, Behandlungen als goldenen Standard anzunehmen, die eigentlich nichts anderes sind als experimentelle Behandlungen und sie wenden diese bei Millionen an, bevor ihre Wirksamkeit völlig verstanden wurde oder die Behandlung sich im Laufe der Zeit bewährt hat. Der beliebteste Ausspruch der Ärzte, wenn sie vorpreschen, ohne Beweise zu haben, ist der, wenn sie immer solange gewartet hätten, bis sie ausreichende Beweise haben, dann wisse nur Gott wie viele medizinische Fortschritte aufgehalten worden wären (und wie viele Millionen Menschen dadurch gestorben wären).

Dieses Argument beinhaltet natürlich nicht die große Anzahl von Menschen, die tatsächlich gestorben sind, weil sie sich unbewiesener Behandlungen unterzogen haben, die sich dann später als gefährlich entpuppten.
Asthma-Betagonist-Inhalatoren wurden, nachdem sie schon Jahre auf dem Markt waren, mit Todesfällen in Verbindung gebracht; und dies ist nur eines von vielen beunruhigenden Beispielen eines Medikamentes, dessen potentielle tödliche Nebenwirkungen scheinbar unbemerkt durch das behördliche Kontrollnetz gerutscht sind.13

Es gibt noch andere Behandlungen, wie zum Beispiel Amalgam in zahnmedizinischen Silberfüllungen und die radikale Mastektomie (operative Entfernung der weiblichen Brust), die vor einem Jahrhundert entwickelt und nie richtig getestet oder erneut überprüft wurde, ob sie wirklich so sicher und effektiv ist, wie man immer angenommen hat.

Die Medizin, so wie sie heute praktiziert wird, basiert ausschließlich auf Zahlen. Wenn der Wert einer Behandlung beurteilt wird, müssen Forscher das Risiko der Arznei oder der Behandlung (und alle Behandlungen in der Schulmedizin haben Risiken) mit den vermutlichen Vorteilen und dem Risiko der Behandlung der Krankheit abwägen.

Ein Medikament, das gut wirkt, aber ernsthafte Nebenwirkungen hat, könnte dann eingenommen werden, wenn Sie eine lebensbedrohende Krankheit haben, aber nicht, wenn Ihr medizinisches Problem ein Riß in Ihrer Nagelhaut ist.

Generell gesehen, ist die medizinische Wissenschaft ein Triumph der Statistik über den gesunden Menschenverstand. Medizinische Wissenschaftler gehen immer davon aus, daß eine medizinische Behandlung von Vorteil ist. Stoßen sie dann in einer Studie auf schwer verdauliche Wahrheiten, tendieren sie dazu, eine gute Miene zum bösen Spiel zu machen oder sie fangen an, Passagen einzufügen, zu entfernen, zu verbessern oder zu bearbeiten, nur damit die Voraussetzungen passen, bzw. daß sie eine Erklärung finden können für ein unerwünschtes Ergebnis....

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