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Fundamente des Gesundbleibens

Wenn jemand Gesundheit

sucht, frage erst, ob er bereit

sei, künftighin die Ursachen

der Krankheit zu meiden, erst

dann darfst Du ihm helfen.

Sokrates

Ernährungstheorien und Gesundheitszustand

In den letzten 50 Jahren sind die verschiedensten Ernährungstheorien entwickelt worden. Durch immer neue Forschungsergebnisse wurden und werden jedoch manche derselben jeweils wieder in Frage gestellt. Die praktischen Ergebnisse dieser Kostsysteme waren bis anhin wenig ermutigend. Wie und an was soll sich der heutige Mensch da noch orientieren?

Was sollen wir essen, um gesund zu bleiben? Wie sollen die Kinder ernährt werden, damit sie zu allen notwendigen Aufbaustoffen kommen? Wie wir in unserer langjähngen Berufsarbeit als Physiotherapeuten und Krankenpfleger beobachtet und in der eigenen Familie erfahren haben, bewahren auch die neuzeitlichen Ernährungsformen nicht vor Krankheiten und Abnützungserscheinungen.

Der allgemeine Gesundheitszustand unserer zum Teil noch sehr jungen Bevölkerung gibt Anlass zu grösster Sorge.

Eine von der neurochirurgischen Universitätsklinik im Sommer 1971 durchgeführte Befragung unter den Berufsschülerinnen der Handelsschule des kaufmännischen Vereins Zürich hat ergeben, dass 52,4 % der insgesamt 1757 befragten 15-23Jährigen während ihrer Lehrzeit an Rückenbeschwerden litten.

Die Hälfte von ihnen befand sich deswegen in ärztlicher Behandlung. Beunruhigend an dieser Feststellung ist die Tatsache, dass die meisten dieser jungen Töchter in späteren Jahren Rückenbeschwerde-Patienten sein werden und nur unter dauernder Schonung und symptomatischer Schmerzbehandlung erträglich leben können, sofern nicht neue Erkenntnisse auf diesem Gebiet eine Wendung bringen.

Dass wir die schweren Degenerations- und Zerfallserscheinungen an den Knochen der Jugendlichen (Scheuermann`sche Krankheit) und auch bei 90 % derselben die Zahnkaries hinnehmen müssen, dass wir die Veränderungen und das Sprödewerden der Knochen (Arthrosen, Osteoporosen) beim älter werdenden Menschen einfach als "Alterserscheinung" bezeichnen, zeigt den begrenzten Stand unseres Wissens inbezug auf die Körpersubstanz.

Ein Blick hinüber ins Tierreich, zu den in der Natur frei lebenden Tieren zeigt uns, dass es dies dort nicht gibt. Bei unseren Haustieren hingegen sind ebenfalls Anzeichen eines fragwürdigen Gesundheitszustandes der Knochen festzustellen. Diese Realität überblickend, wird man unwillkürlich mit der Frage konftontiert, warum wohl der Mensch - die Krone der Schöpfung mit seinem grossen Wissen und Können - in einem solchen Krankheitselend lebt? Und dies in einer Zeit der Vitalstoffkongresse, der chemisch-analytischen Nahrungsmittelforschung, auf deren Fortschritte wir so stolz sind.

Unsere Forschung eilt von Erkenntnis zu Erkenntnis, doch bei jedem Forschungergebnis öffnet sich eine neue Welt des noch nicht Erkannten. Endlos erscheint der analytische Weg, immer breiter, aufgeteilter, komplizierter werdend und letztendlich schwer im Zusammenhang zu halten.

Angesichts der Tatsache, dass die Herz-Kreislaufkrankheiten mit über 40 % als Todesursache von Jahr zu Jahr ihre Opfer fordern, dass die Zuckerkrankheit (Diabetes) beständig ansteigt und sich besonders unter den älteren Menschen stark verbreitet, dass die Krebserkrankungen mit 20 % als Todesursache das Schreckgespenst der Menschheit sind und dass Rheuma als die teuerste Krankheit der Welt bezeichnet werden muss, ist man inbezug auf die wissenschaftliche Forschung versucht, mit Goethe zu sagen:

"Wer will was Lebendiges erkennen und beschreiben, sucht erst den Geist heraus zutreiben. Dann hat er die Teile in seiner Hand, fehlt leider nur das geistige Band."


DIE MENSCHLICHE LEBENSERWARTUNG UND IHRE BEZIEHUNG ZUR ERNÄHRUNG

Das menschliche Leben ist sehr kurz. Während Tiere etwa sechsmal solange leben wie ihre Wachstumszeit dauert, wird der Mensch nur ungefähr drei- bis viermal so alt, wie seine Entwicklung währt. Im Vergleich mit Tieren müsste der Mensch 130-150 Jahre alt werden können. Das Alter Methusalems wäre demnach nicht einmal mehr so utopisch.

Grundsätzlich geht es freilich weniger darum, ein hohes Alter zu erreichen, als vielmehr um die Zielsetzung, dass der Mensch die Zeit, die er lebt, gesund und bei bestem Wohlbefinden verbringen darf. Er sollte den Tod als geistige Wandlung bewusst erleben können, statt durch chronische Leiden bis ans bittere Ende dahinzuvegetieren und mit krankheits- oder medikamentenbedingter Bewusstseinstrübung von dieser Erde zu gehen.

Die Beeinträchtigung der Arbeits- und Leistungsfähigkeit, der körperlichen und geistigen Beweglichkeit und somit auch der Lebensfreude durch Beschwerden, Krankheiten und Zerfallserscheinungen ist unnatürlich und unphysiologisch. Zudem ist das Krankheitsproblem und die krankheitsbedingte Invalidität nicht nur ein grosses menschliches, sondern ebensosehr ein schwerwiegendes finanzielles, soziales und volkswirtschaftliches Problem.

Die Kostenexplosion im Krankenwesen hat das tragbare Mass bereits überschritten. Gegenwärtig werden in der Schweiz jährlich 12 Milliarden Franken für das sogenannte Gesundheitswesen aufgewendet, wobei aber nur etwa 2 % für die Präventivmedizin und 98 % für die Behandlung von Krankheiten bestimmt sind. Nicht mit eingerechnet sind dabei die privaten Auslagen für Zahnbehandlungen, für von den Krankenkassen nicht bezahlte andere Behandlungen und Kuraufenthalte und die vielen kleinen Beträge für Schmerz-, Schlaf-, Beruhigungs-, Stärkungs- und Naturheilmittel, die der einzelne Bürger aus der eigenen Tasche bezahlt. Und nicht einbezogen sind auch die wirtschaftlichen Ausfälle und die finanziellen Leistungen der Arbeitgeber bei krankheitsbedingter verminderter Leistungsfähigkeit und Arbeitsunfähigkeit. Diese statistisch kaum erfassbaren Aufwendungen dürften schätzungsweise weitere 5 Milliarden ausmachen.

Das Kranksein kostet unser Volk somit ca. 18 Milliarden Franken pro Jahr und dies für 6 Millionen Einwohner. Umgerechnet sind das pro Person 3000 Franken. Das heisst, dass z.B. eine fünfköpfige Familie (Vater, Mutter, drei Kinder) in einem Jahr 15 000 Franken allein für das Krankheitsgeschehen in unserem Lande erbringen muss. Die Beträge sind nicht nur in den Krankenversicherungsprämien, sondern in den Steuern, in den Lebensmitteln, in jedem Bedarfsartikel und Kleidungsstück, in den hohen Wohnungsmieten und in den gesamten, ständig steigenden Lebenskosten einkalkuliert.

Allein durch die rheumatischen Erkrankungen fallen in der Schweiz pro Jahr sieben Millionen Arbeitstage aus. Das entspricht einer Jahresleistung von 28 000 Arbeitern. Ärzte und Spitäler behandeln jährlich über eine Million Rheumakranke. Dabei wird öffentlich zugegeben, dass Rheuma eine in ihrer Schwere unterschätzte, heimtückische, weil noch zu wenig durchschaubare Krankheit sei.

Dass dabei von medizimscher Seite erklärt wird, die Ernährung habe keinen Einfluss auf die verschiedenen rheumatischen Krankheiten, ist unverständlich. Richtiger wäre es wohl zu sagen, dass dieses Gebiet von der Medizin bis heute zu wenig erforscht wurde. Sowohl der weitgehend durch Stoffwechselverschlackung und Übersäuerung bedingte Muskelrheumatismus, der Hexenschuss, Ischias und die Neuritis, wie auch die durch Substanzverlust (Kalk- und Eiweissmangel) verursachten rheumatischen Knochen- und Gelenkerkrankungen; Arthrosen, Arthritis, Polyarthritis, Spondylitis, Discopathie (Bandscheibenzerfall), die Osteoporosen (Brüchigwerden der Knochen) und der Morbus Scheuermann und Bechterew stehen in direktem Zusammenhang mit der Ernährung.

Zu dieser Überzeugung gelangten wir durch jahrzehntelange Beobachtungen und Erfahrungen in unserer täglichen Arbeit an Tausenden von Menschen. Dass wir in dieser Hinsicht auf der richtigen Fährte sind, bestätigen uns heute eine grosse Zahl von dankbaren Patienten, von welchen einige Berichte und Zeugnisse in dieser Schrift aufgeführt sind.

Auf der Suche nach den Ursachen des unbefriedigenden Gesundheitszustandes vieler Menschen sind wir auf bedeutungsvolle, jedoch bis heute der Wissenschaft offensichtlich wenig bekannte Forschungsergebnisse einiger Ärzte und Chemiker gestossen. Die Ausführungen dieser Kapazitäten haben unsere Beobachtungen bestätigt und theoretisch begründet. Sie sind uns wegweisend geworden für weitere Studien und für eine empirisch-experimentelle Ernährungsforschung.



Ernährung + Verdauung = Gesundheit

Der Wiener Spezialist für Verdauungskrankheiten, Dr. med. F.X. Mayr, hat in 6jähriger Forschungsarbeit den unumstösslichen Beweis erbracht, dass der Mensch nicht von dem lebt, was er isst, sondern von dem, was er verdauen kann (siehe Literaturangabe).
Der gesundheitliche Wert einer Nahrung wird somit weitgehendst vom Zustand und der Leistungskapazität der Verdauungsorgane mitbestimmt.

Die Verdauungskraft ist aber von Mensch zu Mensch verschieden. Was für den einen bekömmlich sein mag, überfordert vielleicht den nächsten. Überdies ist auch die Verdauungsleistung von gesunden Personen nicht konstant. Mangel an Bewegung und frischer Luft, Müdigkeit, nervöse Überbeanspruchung und auch seelische Belastungen vermögen sie zu beeinträchtigen; während eine frohe Gemütslage und Erholungspausen sie ausserordentlich heben können.

Mit diesen Komponenten haben wir zu leben. An uns liegt es, die Nahrungszufuhr durch entsprechende Zusammensetzung, Zubereitungsart, angemessene Mengen und Essgewohnheiten nach Möglichkeit zuträglich zu gestalten. Noch niemand ist mit schnell, hastig oder zuviel essen, schlecht kauen oder in Müdigkeit und Ärger hinein essen, gesünder geworden.

Zu grosse Nahrungsmengen, zu viele verschiedene Gerichte in einer Mahlzeit, zu schwer aufspaltbare Kost (Roh- und Vollwertprodukte) oder ungeeignete und leicht gärfähige Speisen und Getränke werden auch von einem gesunden Verdauungsapparat kaum bewältigt, geschweige denn durch das mehr oder weniger geschwächte Verdauungssystem der unter neurovegetativen Störungen leidenden Menschen, was nach Prof. Hoff ungefähr 40 % unserer Bevölkerung betrifft.

Ungenügend verdaute Nahrung wird nicht einfach so wieder ausgeschieden. Sie zersetzt sich innerhalb des Verdauungstraktes durch Gärung und Fäulnis, wobei Darmgifte, unter anderem auch Alkohol entstehen. Blähungen, aufgetriebener Bauch, Abgang von viel Wind, leichte Erregbarkeit wechselnd mit grosser Müdigkeit (Verdauungsmüdigkeit) und meist auch Schlafstörungen,sind Symptome solcher Zersetzungsvorgänge.

Fatalerweise sind es insbesondere die allgemein für sehr gesund und hochwertig gehaltenen Nahrungsmittel - saure Früchte, rohe Gemüsesalate, Sauermilchprodukte, Getreidegerichte und Obst-, Frucht- oder Gemüsesäfte - die sehr schnell und intensiv in Gärung übergehen, wobei sich bedenkliche Mengen von schädlichem Alkoholfusel entwickeln.

Aus diesem Grunde können mitunter bei Abstinenten, Vegetariern und Rohköstlern ähnliche Symptome wie bei Trinkern festgestellt werden. Blaurote, feuchte Hände und Füsse, rote Nase, gerötetes Gesicht (was irrtümlicherweise oft als gesundes Aussehen gewertet wird) sind die Anzeichen. Bei der Massagebehandlung ist bei diesen Personen vielfach eine Leberschwellung zu konstatieren. Unter Umständen können solche Darmgärungszustände auch in der Arzt- und Gerichtspraxis ein falsches Bild ergeben, was wir schon mehrfach beobachten konnten. Folgende Beispiele mögen dies aufzeigen:

1. Nach einer gründlichen Untersuchung zuhanden eines Versicherungsberichtes sagte der Arzt dem Versicherungsnehmer, er habe keine ausgesprochenen Krankheitssymptome gefunden, doch würde er ihm empfehlen, nicht mehr so viel Alkohol zu trinken. Darauf antwortete der Untersuchte, er sei seit Jahrzehnten Abstinent, Nichtraucher und Vegetarier. Der Arzt aber erklärte: "Es sind deutliche Alkoholschädigungen festzustellen. Wenn Sie schon heimlich trinken, dann trinken Sie doch wenigstens etwas Rechtes, nicht eine so miese Qualität von Alkohol."
Weder der Arzt noch der Patient ahnten, dass die erkennbaren Gesundheitsschäden aus der "Maische" im Darm des Betreffenden entstanden waren.

2. Bei einem Verkehrsunfall musste sich ein Herr einer Blutprobe unterziehen. Dabei wurde über 1 Promille Alkohol festgestellt. Der Herr behauptete aber steif und fest, keinen Alkohol konsumiert zu haben. Er habe an diesem Tag einen Früchtetag eingehalten und nichts anderes gegessen als acht Äpfel.

Aufgrund unserer langjährigen Beobachtungen erscheint uns die Aussage glaubhaft. Ob das Gericht dem Herrn diese Version abgenommen hat, wissen wir nicht, da uns der Vorfall von Drittpersonen erzählt wurde.

Dr. med. F.X. Mayr weist darauf hin, dass solche und andere, aus ungeeigneten Ernährungsgewohnheiten entstandene Schädigungen auf Grund seiner "Diagnostik der Gesundheit" anhand der Leibesform, der körperlichen Haltung, der Gewebebeschaffenheit und des Aussehens sehr schnell und zuverlässig festgestellt werden können. Sowohl die Hautfarbe und die Elastizität der gesamten Körpergewebe wie auch die Statik des Skeletts stehen in unmittelbarem Zusammenhang mit dem Darmzustand (Siehe "Untrügliche Zeichen der Gesundheit" Dr. med. K. Schmiedecker, "Die Darmreinigung" Dr. med. E. Rauch, "Schönheit und Verdauung" Dr. F.X. Mayr).

Eine Ernährungsforschung ohne Kontrolle vermittels der Mayr`schen Diagnostik der Gesundheit ist für uns heute undenkbar und unseres Erachtens unzulänglich. Unvollständig erscheint uns auch eine ärztliche Diagnose oder Krankenbehandlung ohne diese Kriterien. Es kommt doch vor, dass zum Beispiel ein Mensch mit einem zu grossen Bauch und einem dadurch abgekippten Becken und Hohlkreuz (Hüftgelenkarthrose- und Bandscheibenkandidat) ohne weiteres als gesund bezeichnet wird, solange er keine Schmerzen hat.
Vielfach werden die Schmerzen durch Medikamente vertrieben, ohne dass sich die Wirbelsäule oder die Beckenstellung verbessert und damit die eigentliche Ursache der Beschwerden behoben wäre.

Das einfache, naive Schauen und Denken, das Hippokrates und andere grosse Ärzte auszeichnete, führt in grossen Grundfragen weiter als noch so fein ausgeklügelte technische Hilfsmittel und unübersehbarer Wissenwust.

Dr. med. August Bier

Zitiert aus:

Milly und Paul Schaub: “Fundamente des Gesundbleibens”


Bezug nur direkt vom
Verlag Pro Salute, 
Institut Schaub
Im Wyl 18,
8055 Zürich
Tel.: 01-463 19 14
Fax: 01-462 11 21

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